Die Pension Sarmacja Umgebung
Noch ein wenig Geschichtliches
Die Pension Sarmacja liegt hinter dem dem Dorf Rübezahl/Rybical und trägt die Hausnummer 40. Rübezahl/Rybical ist ein altes masurisches Dorf, das 1435 als Dienstgut mit Genehmigung des Hochmeisters des Deutschen Ordens, Paul von Russdorf, gegründet wurde. Von der auf einer Anhöhe gelegenen Pension aus kann man das Panorama des ganzen Rheiner Sees/Jezioro Ryńskie und die Stadt Rhein/Ryn mit ihrem höchsten Gebäude, der Ordensburg, und einer holländischen Windmühle bewundern. Den Bau der Burg begann 1376 der Hochmeister des Deutschen Ordens Winrych von Kniprode, derselbe, der sich als Stammvater der Wassertouristik in den Masuren erwies. Die Legende weiß zu berichten, dass die Burg und der See die Bauherrn an die Burgen und Landschaften am Rhein erinnerten. Daher erhielt der Ort den deutschen Namen des Flusses Rhein. Mit der Zeit gestalteten die Masuren diesen Namen in den polnisch klingenden Namen Ryn um. In den Jahren 1393-1396 war Konrad von Wallenrod Komtur auf der Burg, der Bruder des später in der Schlacht bei Tannenberg/Grunwald gefallenen Friedrich von Wallenrod. Den Namen Konrad Wallenrod kennt jeder Pole, denn der größte polnische Dichter Adam Mickiewicz schrieb ein Poem unter dem Titel "Konrad Wallenrod", wobei er dieser Gestalt den Charakter eines polnischen Patrioten verlieh.
Die Stadt mit Umgebung wurde im 19. Jahrhundert hauptsächlich von masurischer polnischsprachiger Bevölkerung bewohnt. 1837 lebten in Rhein/Ryn 891 Polen und 497 Deutsche. 1871 waren in der Pfarrgemeinde Rhein/Ryn 7010 von 8160 Bewohnern Polen. Heute zählt Rhein/Ryn 2500 Einwohner.
Die Kahle oder Große oder Vogelinsel, die Bucht Zatoka Rominek und der große Wald
Gegenüber der Aussichtsterrasse der Pension Sarmacja erhebt sich aus dem Wasser die Große Insel, die Kahle und in den letzten Jahren die Vogelinsel genannt.
Die Große, weil ihre drei Hügel über 4 ha groß sind, und die Kahle deshalb, weil keine Bäume auf der Insel wachsen. Die Legende oder eher das dumme, aber allgemein verbreitete Gerücht weiß zu berichten, dass sich während des letzten Krieges eine Produktionshalle unter der Insel befand, in der Akkumulatoren für die deutschen U-Boote hergestellt wurden, deshalb wachse hier nichts. Sie wird auch Vogelinsel genannt, weil sie heute der größte Nistplatz Tausender mit den Möwen verwandter Seeschwalben in den Masuren ist. Diese Vögel kommen immer Mitte März aus Afrika, wo sie überwintern, um hier zu nisten. Die Schreie der Seeschwalben und ihre akrobatischen Vorführungen in der Luft liefern unvergessliche Eindrücke. In der Nachbarschaft der Seeschwalben leben zwei Habichte, und auf der anderen Seite der Insel, gleich an der Bucht Zatoka Rominek, ziehen zwei Adler und zwei große graue Krähen ihre Kreise. Die Bucht Zatoka Rominek ist über 100 Meter breit und 1,5 Kilometer lang. Die hohen, mit wildem Wald bewachsenen Ufer erinnern an den Dschungel des Orinoko-Deltas.
Dieser Ort ist ein Paradies für Paddler, Segler, Angler - für alle, die die Schönheit der noch immer jungfräulichen Natur bewundern wollen.
Westlich der Pension erstrecken sich große Nadel- und Laubwälder. Man muss eine Landkarte haben oder sich gut im Gelände orientieren, weil man sich leicht verlaufen kann. Es ist nicht schwer, ein Reh, einen Hirsch, ein Wildschwein und kleinere im Wald lebende Tiere anzutreffen. Am leichtesten kann man hier aber alle möglichen Pilze finden.